Big Man Plans – Ein großer Plan

Da Big Man Plans nichts für zarte Gemüter ist, bitte ich alle Leser unter 16 Jahren, jetzt nicht weiter zu lesen, sondern sich lieber 10 Minuten Bilder von niedlichen Katzenbabys anzusehen.

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Mit Big Man Plans liefert uns “the Goon God himself” Eric Powell, erneut den Beweis, dass er einen Faible für makabere Gestalten hat. Big Man ist ein Zwerg, eine Missgeburt, hässlich bis auf die Knochen. So jedenfalls sehen ihn die Menschen. Von klein auf (haha, den konnte ich mir nicht verkneifen) wird der Gnom von allen verarscht und missachtet. Selbst seine Mutter würde lieber sterben, als das sie Big Man als ihren Sohn anerkennen würde. Die einzigen Menschen die immer zu ihm standen, waren sein Vater, seine Schwester und seine heimliche Liebe Holly.

Quelle: Big Man Plans, Zeichnung: Eric Powell

 

Als sein Vater um tragische Weise ums Leben kam und der noch kleine Big Man dabei zusehen musste, wurde er von seiner Schwester getrennt und kam ins Heim. Dort begann die Tortur erst richtig. Ständig gab es auf die Fresse. Doch Big Man lies sich nie unterkriegen. Über Umwege fand er den Weg nach Vietnam. In einer Spezialeinheit für den dreckigsten Zweikampf ausgebildet und mit seinem aufgestauten Hass, ist er der geborene Kämpfer. Er macht nicht einmal davor halt, einem GI den Pimmel abzuhacken, kurz bevor der ein kleines Mädchen vergewaltigt.

Quelle: Big Man Plans, Zeichnung: Eric Powell

 

Ihr merkt schon, in seiner Kaltblütigkeit bleibt Big Man jedoch immer ein korrekter Mensch. Wer ihn provoziert und sich nicht richtig verhält, bekommt schon mal den Schädel zertrümmert oder einen Katheter gelegt. Big Man Plans verrät schon, dass Big Man irgendetwas vor hat. Nach dem er einen Brief bekommt, hinter dessen Geheimnis wir erst im späteren Verlauf kommen, sinnt ihm nach Rache. Es gibt für ihn kein Halten mehr und er macht sich auf den Weg in seine alte Heimatstadt um den Plan in die Tat umzusetzen.

Wie er dabei vorgeht? Nun ja, mit äußerster Brutalität natürlich. Er kennt kein Erbarmen und sein Gewissen bereitet ihm nach den ganzen Gräueltaten, die er erdulden musste, kein Problem mehr.

Quelle: Big Man Plans, Zeichnung: Eric Powell

Man möchte es als Gore und Splatter Liebhaber vielleicht nicht wahr haben, aber Big Man Plans liefert neben seiner ganzen Brutalität auch eine gehörige Portion Sozialkritik ab. Wie weit geht ein Mensch für seine Rache? Was bringt einen Menschen zu Rachegefühlen und deren kaltblütiger Umsetzung? Ist die Idee eines Mobbingopfers, der zum Amokläufer wird, wirklich so weit hergeholt? Als Leser befindet man sich hier im Zwiespalt. Verspürt man nun Sympathie oder Antipathie für den kleinen Zwerg? Es ist schwierig sich für eine Seite zu entscheiden. Einerseits tut es einem Leid zu sehen, wie ein kleinwüchsiger Junge ausgegrenzt wird. Andererseits ist es auch schwierig für einen Massenmörder Verständnis aufzubringen. Nach all den Erfahrungen in einem dreckigen Krieg, muss man aber nicht gleich jemandem den Arm an den Körper tackern, egal was dieser getan hat. Big Man Plans polarisiert und hat mich auf der ein oder anderen Seite auch gehörig Ekel empfinden lassen.

Eric Powell hat es erneut bewiesen wieso er bereits fünf Eisner Awards sein Eigentum nennen darf. Diesen schmalen Grat, zwischen gefühlvollen und kaltblütigen Momenten, schaffen nicht viele Autoren und Zeichner so gekonnt umzusetzen wie er. Big Man Plans ist für mich ein absolutes “must read”.

 

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Alex

Alex

Vorstandsvorsitzender bei Kiek Mal e.V.
Gründer
Erste Konsole: SNES
Lieblingsspiele: Zelda Reihe, FIFA 96!, AOE2, BF1942, MoH:AA, Lineage2, GTA Reihe, Mafia

Ja, ich bin eindeutig hängen geblieben 😉

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