Eco – Survival Game mit ökologischem Hintergedanken

Überall kommen sie aus dem Boden geschossen, die Survivalgames. In den letzten Jahren, konnten wir als Spieler, auf den unterschiedlichsten Plattformen und in unterschiedlichen Situationen ums Überleben kämpfen.

 

Der entscheidende Unterschied den Eco aus dieser noch überschaubaren Masse herausstechen lässt, ist Folgender: zu Spielbeginn haben wir eine völlig intakte Flora und Fauna auf unserem Planeten. Jede Entscheidung, den der oder die Spieler treffen, hat Auswirkungen auf die gesamte Welt. Gefahren lauern demzufolge nur, wenn man die eigene Welt durch seine Handlungen zerstört. Mal davon abgesehen, dass auch noch ein Asteroid auf den Planeten… dazu später mehr. Die Spieler werden also dazu angehalten, die vorhandenen Ressourcen nachhaltig und sinnvoll zu nutzen. Man sollte sich also Gedanken darüber machen, ob man wirklich alle Bäume in einem Gebiet abholzt, oder ob es Sinn macht, weitere Wege in Kauf zu nehmen, um den gesamten Waldbestand auf einem erträglichen Level für die Welt zu halten. Das Gleiche gilt natürlich auch für die Ernährung. Spieler und Tiere brauchen gleichermaßen Nahrung. Die findet sich anfangs noch zu Hauf auf der Welt. Aber mit fortschreitendem Spielverlauf ändert sich das rapide. Das Interessante an Eco ist, dass durch die hohe Anzahl an Nahrung, die Tiere sich auch dementsprechend vermehren und die Population ansteigt. Mehr Tiere bedeutet aber auch knapper werdende Nahrungsvorräte, welche langfristig auch wieder Auswirkungen auf die Tierpopulationen haben. Es steckt also hinter Allem eine gewisse Dynamik. Im späteren Spielverlauf sind die Spieler darauf angewiesen, Nahrung gezielt anzubauen und die Wälder aufzuforsten. Genauso verhält es sich mit der Jagd. Man sollte nur gezielt die Tiere Jagen, die auch zum Überleben benötigt werden. Wird eine Spezies nahezu ausgerottet, hat das Auswirkungen auf das Ökosystem. Steigt aber die Anzahl, zum Beispiel Hasen, immer weiter an, gibt es immer weniger Rüben in der freien Wildbahn. Genauso verhält es sich unter Anderem mit Beeren und Rotwild. Wie im wahren Leben. Man sollte vorher seine Handlungen überlegen, ansonsten steht man unweigerlich vor dem Untergang der Welt.

Wer keine Landwirtschaft betreibt, hat schon verloren. Nahrung wird knapp.

 

Ein wichtiger und nicht zu verachtender Aspekt bei Eco, ist das Skill/- oder Professionsystem. Im Spielverlauf hat man die Möglichkeit zig unterschiedliche Berufe zu erlernen und zu meistern. Das ein Spieler allein, das nicht schaffen kann, wird schnell klar. Es ist somit immens wichtig, dass die Gemeinschaft Hand in Hand arbeitet und gemeinsam zum Erfolg kommt. Durch geschicktes Skillen und erlernen neuer Fertigkeiten, reduziert man ebenfalls die benötigten Ressourcen und den eigenen Energieverbrauch. Dieser steht im engen Schulterschluss mit einer ausgewogenen Ernährung, womit wir wieder bei der Nachhaltigkeit wären. Da neue Fertigkeiten schnell sehr teuer werden, muss vorher klar sein, welcher Spieler, welche Aufgaben übernimmt.

Skilltree (nicht komplett)

 

Wie wir jetzt bereits wissen, muss man als Gemeinschaft zusammen ums Überleben kämpfen. Dazu gibt es bei Eco sogar die Möglichkeit, eine Art Regierung aufzubauen und eine eigene Währung zu schaffen. Je nach Gemeinschaft auf den Servern (Fremd oder Freundeskreis), bildet sich so noch mehr Dynamik und ein eigenes Wirtschaftssystem. Wenn ich als spezialisierter Holzarbeiter meine Möbel zum Verkauf anbiete und von dem eingenommenem Geld meine Nahrung kaufen kann, dann hat die Gemeinschaft alles richtig gemacht. Jetzt kommt die Frage, wofür brauche ich denn überhaupt Möbel? Ganz einfach, als Spieler solltest du dir ein Wohn- und Geschäftshaus bauen. Dort kannst du deinem Leben nachgehen und deine erstellten Waren verkaufen. Der Vorteil eines Wohnhauses ist, inklusive einer passenden Einrichtung, es hat positive Auswirkungen auf deine Skillpunkte. Wie wir bereits wissen, sind diese von essentieller Bedeutung in dem Spiel. Auch hier sehen wir wieder einen, alles in sich abschließenden Kreis.

Beispiel für einen Wohnraum. Von uns als Küche genutzt.

Unterirdische Mine und gleichzeitige Lagerstätte für Ressourcen und Schlacke (Abfall beim Schmelzprozess von Metallen)

 

Kommen wir noch einmal zu der möglichen Regierung. Hat sich erst einmal eine Regierung gefunden, kann diese, Gesetze und Bestimmungen erlassen. Ebenfalls kann der Abbau von Ressourcen begrenzt oder angeordnet werden, je nach Bedarf. Ebenfalls ist es möglich, dass gemeinschaftliche Bauvorhaben dadurch einfacher realisiert werden können und jeder Bürger Einsicht in das Projekt erhält. Gleichzeitig haben alle Spieler Einblick in die wirklich umfangreiche Daten- und Statistiksammlung der Spielwelt, welche für mögliche Gesetze sehr wichtig sind. Daraus lassen sich die Tier/- und Pflanzenpopulationen, Umweltverschmutzung und viele weitere Details ablesen.

 

Beispiel für die umfangreichen Statistiken von Eco

 

Eco wurde am 8.2.2018 auf Steam veröffentlicht und befindet sich noch immer im Early Access Status (Stand 6|18). Das heißt, dass sich in Zukunft noch vieles ändern kann und auch wird. Viele Neuerungen sind schon angekündigt. Wir berichten. Entwickler und Publisher ist Strange Loop Games. Die empfohlenen Systemanforderungen werden folgendermaßen angegeben:

  • Betriebssystem: Windows 7
  • Prozessor: Intel Core i5-2300 oder AMD Phenom II X4 940
  • Arbeitsspeicher: 4 GB Ram
  • Grafik: NVIDIA GeForce GTX570 oder AMD Radeon HD 7750 mit 1 GB VRAM
  • DirectX: 11
  • Netzwerk: Breitband-Internetverbindung
  • Speicher: 2 GB verfpgbarer Speicherplatz
  • Soundkarte: DirectX Kompatibel
  • Preis: ca. 28€ (stand April 2018)

 

Beispiel für die Charakteranpassungen. Die Farben der Kleidungsstücke können frei verändert werden.

 

Das Spiel ist gewohnt schnell über Steam installiert und spielbereit. Nun hat man die Wahl, ob man alleine, im Netzwerk, oder Online auf einer der bereits zahlreichen Server um sein Überleben kämpfen möchte. Alle drei Möglichkeiten haben bei uns reibungslos funktioniert und erklären sich von selbst in den Menüs.

Laut Steam, ist das Spiel ausschließlich in Englisch. Dem ist aber nicht so. Die Übersetzung ist schon für einige Sprachen verfügbar, jedoch für die deutsche Version noch an vielen Stellen lückenhaft und nicht vollends abgeschlossen. Die Grafik ist für meinen Geschmack wirklich gelungen. Es ist ein eigener Stil, der etwas zwischen WoW und Minecraft schwankt. Es ist bei Weitem nicht so pixelig wie MC, aber man bekommt den Eindruck eines leichten Comicflairs. Die Bewegungsabläufe der Charaktere und Tiere wirken noch etwas hölzern. Meines Erachtens handelt es sich aktuell nur um ein Lied, welches von Zeit zu Zeit angespielt wird. Das finde ich sehr schade und deshalb belasse ich es bei den gelungenen Soundfiles für das Spiel und habe die Musik ausgeschaltet. Eco hat nicht nur ein dynamisches Ökosystem sondern auch einen Tag und Nachtwechsel, den man auf einer Minimap verfolgen kann. Mir persönlich kam es aber so vor, als ob die Nachtstunden überwiegen würden. Das ist natürlich nur eine subjektive Meinung. Ebenfalls ist mir aufgefallen, dass durch die lückenhafte Übersetzung, einige Texte nicht in die vorgegebenen Oberflächen passen. Das sollte aber mit wenig Aufwand und ein paar Patches in der Zukunft erledigt sein. Der Spielcharakter kann in einigen Facetten angepasst werden. Für den ein oder anderen mag es zu wenig sein, für mich selbst sind die möglichen Anpassungen ausreichend.

Das Finale. Die gebauten Laser zerstören den Asteroiden. Danach kann die Welt weiter bebaut werden.

Fazit: Eco ist ein recht gelungenes Survivalgame, mit einem äußert komplexen und gleichzeitig genialen Hintergedanken. Eine Gemeinschaft lebt zusammen im Einklang mit der Natur. Nur wer die gegebenen Ressourcen sinnvoll und bedacht einsetzt, kommt auch zum Ziel, nämlich das Überleben eines abstürzenden Asteroiden. 30 Tage (Real Time) hat die Gemeinschaft Zeit sich weiter zu entwickeln und durch geschicktes Forschen ein Mittel gegen die Gefahr aus dem Weltall zu finden. Das Spiel wirkt vom kleinsten Detail an durchdacht und präsentiert sich bereits im Early Access, als durchaus komplettes Spiel. Es gab für die Entwickler Auszeichnungen von Umwelt- und Bildungsbehörden. Leider verkommt das Spiel im Endstadium, zu einem gewaltigen “Massencrafting”, wenn man sich den Asteroiden vom Hals schaffen will. Dies wirkt sich schnell negativ auf die Spielfreude aus, auch die freie Kreativität leidet etwas darunter. Man hat zwar viele Möglichkeiten für seine Gebäude und kann ganze Städte erschaffen aber es bringt einem keinen wirklichen Mehrnutzen.

Für mich ist Eco ein “Minecraft light”, was die Kreativität angeht. Pluspunkte sammelt das Spiel durch den überragenden ökologischen Kreislauf und dem Zusammenspiel zwischen der Spielgemeinschaft und der Natur. Leider wird es auf Dauer langweilig. Schade.

 

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Alex

Alex

Vorstandsvorsitzender bei Kiek Mal e.V.
Gründer
Erste Konsole: SNES
Lieblingsspiele: Zelda Reihe, FIFA 96!, AOE2, BF1942, MoH:AA, Lineage2, GTA Reihe, Mafia

Ja, ich bin eindeutig hängen geblieben 😉

Aufgaben bei Kiek-mal:
- Rezensent
- Produkttester
- Spieletester
- Soft-/Hardwaretester
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Email: moc.l1560919400am-ke1560919400ik@xe1560919400la-tk1560919400atnok1560919400
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