Grossväterland

Dieses Buch besteht aus mehreren einzelnen Geschichten verschiedener Menschen, aus der Zeit des zweiten Weltkriegs. Ob Flakhelfer oder Frontsoldat, Ostfront oder Normandie, unter Wasser und in der Luft. Es ist fast aus jeder Epoche und jedem großen Ereignis des zweiten Weltkrieges etwas dabei. Das Interessante an diesen Geschichten ist, dass es die Erzählungen von Zeitzeugen sind. Es ist nichts für die Story aufgebläht worden, sondern puristisch und ungeschönt. Die Idee, die Markus Freise und Dr. Christian Hardinghaus hatten, ist eine ganz besondere Idee.

Quelle: Grossväterland, Zeichnung: Markus Freise

 

Fast jede deutsche Familie hat oder hatte Verwandte die im Krieg gedient haben. Meine Grosseltern sind als Kinder aus Ostpreussen und Schlesien geflüchtet und meine Ur-Grossväter haben sowohl in Frankreich, als auch an der Ostfront gekämpft. Einer der Beiden soll in Gefangenschaft gekommen sein. Mehr konnte ich persönlich nie in Erfahrung bringen. Dazu war ich noch zu klein.

 

Quelle: Grossväterland, Zeichnung: Markus Freise

 

Ich möchte jetzt auch keine Diskussion über Schuld oder Unschuld beginnen, daher bleibe ich dabei. Was passiert ist, ist leider passiert und man kann es auch nicht mehr rückgängig machen. Aber man kann und man sollte vor Allem daraus lernen.

Wieder gutmachen muss das deutsche Volk, was in seinem Namen gesündigt worden ist. Wieder gutmachen muss zugleich das deutsche Volk sich selbst.

 

  • Herbert Wehner

 

Quelle: Grossväterland, Zeichnung: Markus Freise

 

Kommen wir zurück zu Grossväterland. Jedes dieser einzelnen Kapitel wird durch historisch belegte Hintergundinformationen begleitet und abgerundet. Wunderbar detailreich, erklärend und aufschlussreich für den Leser. Auch ich, der mit der deutschen Geschichte gut vertraut ist, konnte ein paar interessante und für mich neue Informationen erhalten.

Dr. Christian Hardinghaus ist Historiker und Fachjournalist. Er liefert in diesem Werk eine großartige Arbeit ab. Man muss schon ein einfühlsames Wesen besitzen, um mit Zeitzeugen des zweiten Weltkriegs über deren Erlebnisse zu reden und diese danach noch aufzuarbeiten. Keine leichte Aufgabe, wie ich mir Denke.

 

Quelle: Grossväterland, Zeichnung: Markus Freise

 

Hätte Markus Freise all seine Zeichnungen in dem Stil seiner Konzeptzeichnungen und Skizzen gehalten, wäre es auch noch ein grafisches Meisterwerk geworden. Leider muss ich aber sagen, das der Zeichenstil ein Wermutstropfen ist. Die kolorierten Zeichnungen weichen stark von den Konzeptentwürfen ab und gefallen mir nicht. In meinen Augen passt der Stil nicht zu der Thematik. Besser wäre es gewesen, wenn der Künstler den Skizzenstil des Covers und der Deckblätter der einzelnen Kapitel auch für die Geschichten benutzt hätte. Aber das ist meine persönliche Meinung und Markus Freise wird schon wissen warum er diesen, seinen Stil, gewählt hat.

 

Als Fazit kann ich nur sagen, dass Grossväterland eigentlich in keiner gut sortierten Comicsammlung fehlen sollte. Nicht nur der günstige Preis sollte als Kaufkriterium gelten, wie bereits erwähnt gibt es unzählige Informationen für die interessierte Leserschaft. Wir haben hier ein tolles Beispiel dafür, was eine gute und ausgereifte Crowdfundingkampagne erreichen kann.

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Alex

Alex

Vorstandsvorsitzender bei Kiek Mal e.V.
Gründer
Erste Konsole: SNES
Lieblingsspiele: Zelda Reihe, FIFA 96!, AOE2, BF1942, MoH:AA, Lineage2, GTA Reihe, Mafia

Ja, ich bin eindeutig hängen geblieben 😉

Aufgaben bei Kiek-mal:
- Rezensent
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Alex

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