Nenn mich Kai – Rezension

Andrea fühlt sich im falschen Körper geboren, hat aber niemanden dem sie sich anvertrauen kann. DENKT SIE.

Ihr bester Freund kommt sie besuchen, als Andrea gerade dabei ist sich als Kai zu stylen. Husch, husch, schnell wieder abschminken und sich als “Frau” ausgeben.

Quelle: Nenn mich Kai, Zeichnung: Sara Barczyk

Andrea und ihr bester Freund sind leidenschaftliche Gamer. Während des Spiels bricht es aus ihr heraus. Sie erzählt ihm von ihrem Schmerz im falschen Körper zu stecken und er reagiert viel verständnisvoller als von Andrea vermutet. “NENN MICH KAI”. Danke

Sie geht noch weiter und sucht sich professionelle Hilfe. Ein Psychologe kann ihr auf ihrem Weg zur Transition helfen. Wir eilen Andrea die zu Kai werden möchte hinterher. Somit komme ich auch schnell zu meinem Fazit.

Ich finde dieses Thema sehr wichtig und nur sehr wenige kennen sich damit aus, geschweige dem, können sich hinein versetzen. Exakt aus diesem Grund finde ich das Tempo des Comics auch zu schnell und Hindernisse werden in diesem Werk gerne mal dahin genuschelt. Allein die Tatsache, dass dies ein fast unbeschriebenes/ wenig beschriebenes Thema in der Comicwelt ist, macht es mir sehr schwer folgen zu können. Ich möchte verstehen dürfen, ich möchte mich einfühlen dürfen.

Ein sensibles Thema, welches von Sarah Barczyk in einem Affentempo erzählt wurde, dass es mich leider hier und da erschreckt. Nicht das Thema erschreckt mich, sondern das unterdrücken der Gefühle. Wie fing alles an? Welche Kraft steckt hinter diesen Ängsten des Outings? Was verändert sich in der eigenen Denkweise? Wie fühlt sich der Werdegang von Andrea zu Kai an? Wie zäh ist der Kaugummi den man mit der Umwelt gemeinsam kauen muss?

Ich persönlich bin von dem Tempo enttäuscht. Die Zeichnungen finde ich gelungen und der Schwarz/Weiß Stil hat eine sehr schlichte aber angenehme, liebevolle Wirkung. Hier und da bemerkt man die Liebe zum Witz und man hat das Gefühl die Autorin/Zeichnerin möchte die Schattenseiten lieber im Dunkeln stehen lassen. Schade. Ich wollte meinen Weg mit Kai gehen aber man ließ mich… *Ende*.

Nah fehlte euch beim letzten Satz etwas? Ja, so ging es mir mit diesem Werk leider auch. Für mich kein befriedigendes Ende. Vielleicht kann ich auf eine Fortsetzung hoffen.

Wenn ihr kein Drama, wenig Gewicht und mehr Leichtigkeit bei gewissen Themen sucht, könnt ihr mit diesem Werk nichts falsch machen. Sarah Barczyk scheint mit ihrem Werk eher die Schwerelosigkeit gesucht zu haben und dies ist ihr auch gut gelungen.

Bewertungstabelle von Kiek-Mal e.V.

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Angèla

Angèla

Illustratorin, Designerin und Autorin bei BruderherzArts
Gründerin von Kiek-Mal e.V.
Leidenschaftliche Sammlerin von Konsolen, Platten, Büchern und Kuckucksuhren
Erste Konsole: Atari 2600 Darth Vader
Lieblingsspiel: Day of the tentacle
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